Bei bestimmten Arten von Dokumenten wird von den deutschen Behörden eine beglaubigte Übersetzung verlangt. Dabei handelt es sich zumeist um offizielle Dokumente, die von Standesämtern, Bildungseinrichtungen oder Gerichten ausgestellt wurden, wie Familienregisterauszüge, Zeugnisse oder Ehefähigkeitsbescheinigungen. Dazu gehören aber auch Dokumente, die in verwaltungstechnischer Hinsicht relevant sind, wie beispielsweise Handelsregisterauszüge, Steuererklärungen oder Unternehmensbilanzen.

Dazu gehören aber auch Dokumente, die bei der Gründung eines Unternehmens in Deutschland benötigt werden, wie beispielsweise Handelsregisterauszüge, Gesellschaftsverträge oder Vollmachten.

Was ist eine „beglaubigte“ Übersetzung?

Wenn von einer „beglaubigten Übersetzung“ die Rede ist, so muss man wissen, dass der Begriff der Beglaubigung in Zusammenhang mit Übersetzungen in Deutschland eine besondere Bedeutung hat, denn es gibt hier das System der beeidigten Übersetzer. Das sind Übersetzer, die gewisse Kriterien erfüllt haben, um von einem Gericht beeidigt zu werden. Sie haben damit das Recht, die Richtigkeit und Vollständigkeit einer Übersetzung mit ihrer Unterschrift und ihrem Stempel zu bestätigen, und zwar nur in den Sprachkombinationen, für die sie vom Gericht zugelassen wurden.

„Beeidigt“ heißt, diese Übersetzer haben vor einem Landgericht oder Oberlandesgericht einen allgemeinen Eid abgelegt. Andere Variationen sind je nach Bundesland “öffentlich bestellte” (Sachsen-Anhalt), “allgemein vereidigte” (Saarland) oder “ermächtigte“ Übersetzer (Berlin & Brandenburg). Die „ermächtigten“ bzw. „öffentlichen bestellten“ Übersetzer haben keinen Eid abgelegt, sondern haben vom jeweiligen Richter ihre Funktion verliehen bekommen; in der Sache macht dies jedoch keinen Unterschied: Sie alle haben die Berechtigung zur Beglaubigung von Übersetzungen. Nur von diesen Übersetzern können offizielle beglaubigte Übersetzungen angefertigt werden, die bedingungslos von allen deutschen Behörden anerkannt werden.

Andere Länder, andere Kriterien

Wenn in anderen Ländern von einer „beglaubigten Übersetzung“ die Rede ist, dann mögen andere Kriterien zur Anwendung kommen; so reicht in einigen Ländern (wie USA) der Vermerk einer Person aus, sie habe die Übersetzung „nach bestem Wissen und Gewissen“ angefertigt – dann in Verbindung mit einer notariellen Bestätigung der Identität der übersetzenden Person (nicht der Richtigkeit der Übersetzung) -, oder die Richtigkeit von Übersetzungen wird durch Botschaften und Konsulate bestätigt (z. B. für Russland), schlichtweg weil es dort ein System der beeidigten Übersetzer nicht gibt. In Deutschland bezieht sich der Begriff der „beglaubigten Übersetzung“ jedoch immer auf dieses System der „von einem deutschen Gericht beeidigten (bzw. ermächtigten / bestellten etc.) Übersetzer“.

Die hiesigen Behörden erkennen die von diesen, in Deutschland beeidigten Übersetzern erstellten und beglaubigten Übersetzungen hundertprozentig an. Sie dürfen auch Übersetzungen anerkennen, die von anderen Stellen bestätigt wurden wie beispielweise einer Botschaft oder einem Konsulat – sie müssen es aber nicht. Und oft ist es so: Auch wenn Übersetzungen von einer deutschen Vertretung im Ausland (wie Japan) abgestempelt wurden, werden diese in der Regel nicht anerkannt, und das jeweilige Dokument muss in Deutschland erneut kostenpflichtig übersetzt werden.

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