Garantierte Anerkennung der Übersetzung bei Behörden: Nur mit Beglaubigung durch einen in Deutschland beeidigten Übersetzer

16.07.2017

+++ Update August 2017: Die Botschaft hat nunmehr die Datenbank der beeidigten Übersetzer verlinkt. +++

Die Beeidigung / Ermächtigung eines Übersetzers erfolgt an einem deutschen Gericht. Der Grund dafür ist das spezielle deutsche System der Beglaubigten Übersetzung, demzufolge nur Übersetzer die Richtigkeit einer Übersetzung bestätigen dürfen, die von einem deutschen Gericht beeidigt wurden.

Auf der Website der diplomatischen Vertretungen (deutsche Botschaft / Generalkonsulat) in Japan wird jedoch eine Liste von elf Übersetzungsbüros angeführt, welche angeblich in der Lage sind, beglaubigte Übersetzungen für deutsche Behörden anzufertigen. Die Wahrheit ist, dass nur vier davon wirklich für die Beglaubigung von Übersetzungen und zum Führen eines Stempels qualifiziert sind, weil sie von einem deutschen Gericht beeidigt wurden (> Listenpunkt „In Deutschland öffentlich bestellte und beeidigte Übersetzer“ ). Das heißt, die Übersetzungen von diesen vieren können Sie direkt in Deutschland einreichen. Bei den Übersetzungen der übrigen sieben erklären die Vertretungen eine Bescheinigung mit Abstempelung durch sie selbst für erforderlich, was mit einem umständlichen (Originale müssen persönlich zur Botschaft gebracht werden) und kostenpflichtigen (25 Euro) Prozess verbunden ist. Dazu wird in der deutschen Sprachfassung bemerkt: „Eine Garantie für die Akzeptanz solcher Übersetzungen kann nicht gegeben werden.“

Was die Botschaft verschweigt, aus was für Gründen auch immer, ist die Tatsache, dass es sehr wohl eine garantiert sichere Methode gibt, eine gültige beglaubigte Übersetzung für deutsche Behörden zu bekommen, nämlich indem man die offizielle Datenbank der beeidigten Übersetzer konsultiert, in welcher sämtliche Übersetzer aufgeführt sind, die von einem deutschen Gericht beeidigt wurden und die zur Erstellung von gültigen beglaubigten Übersetzungen qualifiziert sind. In der Kombination Japanisch-Deutsch sind das ca. 100 Personen. Die Kunden haben also die Möglichkeit, nicht nur zwischen vier qualifizierten Kollegen – bzw. sieben weiteren unqualifizierten – in Japan zu wählen, sondern zusätzlich zwischen ca. 100 offiziell beeidigten Übersetzern, die größtenteils in Deutschland ansässig sind.

Noch extremer wird die Desinformation in der japanischen Sprachversion betrieben, wo gar nicht mehr von „beeidigten Übersetzern“ die Rede ist, sondern wo dem japanischen Publikum, das vom deutschen Beeidigungswesen in der Regel nichts weiß, suggeriert wird, der Weg über die botschaftseigene Liste sei die einzige Möglichkeit, an eine beglaubigte Übersetzung zu gelangen. (Eindeutige Handlungsanweisung für die Japaner: „Wenn Sie eine beglaubigte Übersetzung benötigen, gehen Sie bitte wie folgt vor: Schritt 1 > Wenden Sie sich an einen Übersetzer von unserer Liste, Schritt 2 > Falls der Übersetzer die Beglaubigungsqualifikation innerhalb Deutschlands besitzt, kann er die Beglaubigung selbst vornehmen. Falls nicht, ist der Beglaubigungsprozess durch die Botschaft / das Konsulat notwendig.)

Über das Motiv für diese Politik der Desinformation und des Verschweigens der offiziellen Datenbank kann man nur rätseln. Es scheint, als wolle die Botschaft durch das Propagieren ihrer eigenen Liste den darin aufgeführten Übersetzern einen Vorteil verschaffen, was nach „Kumpelwirtschaft“ riecht, da sie offensichtlich ihren mehrheitlich unqualifizierten „Kumpeln“ massenweise Aufträge zuschieben will. Außerdem sind die Kriterien für die Aufnahme in die Liste völlig undurchsichtig, Hauptkriterium scheint „Wohnort Japan“ zu sein. Von einer unbeeidigten Kollegin erfuhr ich, sie habe die Aufnahme in die Liste geschafft, weil sie der Botschaft persönlich bekannt sei. Durch dieses fragwürdige Auswahlkriterium wird jedoch nur der Verdacht der Kumpelwirtschaft erhärtet, denn was ist „Bekanntschaft“ bitte für ein Qualifikationsmerkmal? (Es wäre echt traurig, wenn es der Botschaft um die 25 Euro gehen sollte, die sie für jede Abstempelung einkassiert.)

Da die Botschaft genau weiß, dass die von unbeeidigten Übersetzern erstellten Übersetzungen in den meisten Fällen in Deutschland eben nicht anerkannt werden und die Leute ins offene Messer laufen lässt, weil diese Ihre Unterlagen hier neu übersetzen lassen müssen, wird man den Eindruck von „kriminellen Machenschaften“ nicht los.

In der Tat hat sich im Gespräch mit drei Anwälten unabhängig voneinander ergeben: „Ja, es liegt eindeutig ein Verstoß gegen das Wettbewerbsrecht von seiten der Botschaft vor, aber ich werde Sie nicht vertreten, denn wenn man dagegen vorgehen wollte, müsste man ja die Bundesrepublik Deutschland verklagen, das ist mir eine Nummer zu groß…“ Auch die Wettbewerbszentrale hat sich vor geraumer Zeit des Falles angenommen, konnte aber nichts ausrichten.

Die Behauptung der Botschaft, die von ihr ausgestellten Übersetzungen würden „von den meisten deutschen Behörden (u.a. dem Standesamt I und der Senatsverwaltung für Justiz in Berlin) akzeptiert“, muss man als glatte Lüge bezeichnen. Ich merke es an der Zahl der Aufträge, die bei mir landen, nachdem die Botschaftsübersetzungen nicht anerkannt wurden. Jeder kann dies auch selbst verifizieren, indem er bei einem beliebigen Standesamt anruft und fragt, was passiert, wenn Übersetzungen vorgelegt werden, die mit einem Botschaftsstempel versehen sind.

Ich habe mich beim Leiter des Standesamts I in Berlin erkundigt, warum seine Behörde derartige Übersetzungen anerkennt. Seine schriftliche Antwort lautete zusammengefasst: „Wieso sollen wir die nicht anerkennen? Wir machen das schon immer so. Ich weiß auch nicht, warum die anderen Standesämter es anders handhaben.“ Das Standesamt I tut es also aus Gewohnheit, aber daraus Behauptungen über „die meisten deutschen Behörden“ abzuleiten, dazu gehört schon einiges an krimineller Energie. (Bei der Senatsverwaltung für Justiz in Berlin habe ich mich nicht erkundigt, kann aber bestätigen, dass diese auch in anderer Hinsicht von ihrem Ermessensspielraum großzügigen Gebrauch macht, indem sie nämlich zurückliegende Scheidungen aus Japan in bestimmten Fällen nicht anerkennt, so dass geschiedene Kunden, die das Pech haben, in deren Zuständigkeitsbereich zu fallen, Schwierigkeiten haben, ihre Ehefähigkeit für neue Eheschließungen nachzuweisen.)

Die Übersetzerliste der deutschen Botschaft scheint übrigens eine sehr bekannte und gut besuchte Seite zu sein, denn ich bekomme ständig von Japanern und deutschen Bekannten, die in Japan leben, ungefragt den Tipp, mich doch um Aufnahme in diese ominöse Liste zu kümmern. Für die Japaner gibt es logischerweise zunächst keinen Grund, an den Aussagen der hochehrwürdigen Botschaft zu zweifeln, und sie sind wohl für die ausführlichen Handlungsanweisungen dankbar, die angeblich nötig sind, um eine „beglaubigte“ Übersetzung zu bekommen.

Warum diesem Treiben so schwer beizukommen ist, das habe ich noch nicht herausgefunden. Ob es nur daran liegt, dass es sich um eine Bundesbehörde (= die BRD) handelt, gegen die man vorgehen müsste, oder ob es etwas mit dem Standort im Ausland zu tun hat, vermag ich nicht zu sagen. Es ist jedoch offensichtlich, dass die Botschaft fernab der Heimat seit der Kaiserzeit gewissermaßen ein Eigenleben entwickelt hat, dass sie ihr eigenes Beglaubigungsregime errichtet hat und meint, sich nicht an geltendes Recht halten zu müssen. Dazu passt auch, dass sie sich anmaßt, in der japanischen Sprachversion die in ihrer eigens aufgestellten Liste aufgeführten Übersetzer als „von uns zugelassen“ zu bezeichnen (大使館または総領事館が認定している翻訳事務所に翻訳を依頼してください), als ob es in ihrer Macht läge, irgendetwas oder irgendjemanden „zuzulassen“, wodurch die japanischen Kunden noch umso mehr genötigt werden, auf diese Liste als vermeintlich einzige Möglichkeit zurückzugreifen.

Von einem deutschen Konsul in Japan erhielt ich die Auskunft, dass die Botschaft keine namentliche Empfehlung von Übersetzern aussprechen darf. Nun, diese Vorschrift ist für die Katz, denn eine namentliche Auflistung von einigen wenigen Übersetzern auf der Website einer offiziellen Vertretung zählt wohl nicht als Empfehlung? Meinem laienhaften Verständnis nach handelt es sich um eine Körperschaft, die sich wie alle juristischen und natürlichen Personen an geltendes Recht halten muss, und da es eine deutsche Behörde ist, eben an deutsches Recht. Sie befindet sich zwar im Ausland, aber japanisches Recht dürfte doch wohl kaum tangiert werden.

Zumal es sich um eine Behörde handelt, und nicht um ein gewinnorientiertes Unternehmen bzw. um irgendeine Art Wettbewerber, mit dem ich konkurrieren müsste. Für mich sind es – aus unternehmerischer Sicht – ein paar Hanseln, die sich einbilden, beim Geschäft mit beglaubigten Übersetzungen mitmischen zu können. (Kommentar am Rande: Wenn hierzulande eine unbeeidigte Person einen Stempel unter eine Übersetzung setzt mit der Bemerkung, sie könne aber nicht für die Anerkennung beim Amt garantieren, dann hätte sie ganz schnell eine Anzeige wegen Arglistiger Täuschung, eine Abmahnung / Unterlassungserklärung o. ä. am Hals.)

Demzufolge müsste sich jemand der Sache annehmen und der Botschaft einmal verdeutlichen, dass ihr „Service“ nur darin besteht, das Publikum aufzuklären und welche Aussage nur noch auf der Website erlaubt ist, etwa: „Wenn Sie beglaubigte Übersetzungen für deutsche Behörden benötigen, führt der Weg über die Liste der in Deutschland beeidigten Übersetzer.

Anleitung zur Benutzung der offiziellen Datenbank in japanischer Sprache:
http://doitsugo-ninshou-honyaku.com/instructions-for-translators-database


Botschaftsübersetzungen, Teil 2

31.10.2017

Die deutschen Behörden haben Ermessensspielraum bei der Anerkennung von Übersetzungen, das heißt sie dürfen selbst entscheiden, welche Übersetzungen sie anerkennen. Sie verlangen jedoch in der Regel eine Übersetzung, die von einem in Deutschland beeidigten Übersetzer angefertigt wurde, denn dazu existiert dieses System schließlich. Wenn nun jemand eine Übersetzung vorlegt, die z. B. mit einem Botschaftsstempel versehen ist, fordern die Ämter daher meist eine Neuausfertigung mit einer Beglaubigung von einem in Deutschland beeidigten Übersetzer, was mit neuen Kosten für die Kunden verbunden ist. Es gibt bei uns ganz genau nur zwei Ämter, von denen bekannt ist, dass sie auch Botschaftsübersetzungen akzeptieren (das Standesamt I und die Senatsverwaltung für Justiz in Berlin). Deswegen, wenn man als Kunde sicher gehen will, eine Übersetzung zu bekommen, die hundertprozentig von allen Behörden anerkannt wird, gibt es nur die Möglichkeit, einen Übersetzer aus der offiziellen Datenbank heranzuziehen.

Der Begriff „Beglaubigte Übersetzung“ ist nicht geschützt, denn „beglaubigt“ heißt einfach nur „bestätigt“. Jeder hat das Recht, mit seiner Unterschrift zu bestätigen, was er will. Von daher kann der Begriff „Beglaubigte / bestätigte Übersetzung“ zunächst mit dem nichtssagenden Begriff „certified translation“ gleichgesetzt werden, der in der englischsprachigen Welt alles mögliche in Richtung „irgendwie bescheinigt“ bedeuten kann. Nur, was die meisten Menschen nicht wissen: In Deutschland hat dieser Begriff eine besondere Bedeutung, denn er bezieht sich auf das System der in Deutschland beeidigten Übersetzer. Wenn die Behörden also von einer „beglaubigten Übersetzung“ sprechen, dann meinen sie immer „von einem in Deutschland beeidigten Übersetzer angefertigt“. Die Beeidigung (Ermächtigung / Bestellung) dieser Übersetzer + Dolmetscher wird von einem Gericht vorgenommen, natürlich werden nur geprüfte und ausgebildete Leute zugelassen. Sie sind dann mit einer Nummer bei Gericht registriert, daher hat die Beglaubigung dieser beeidigten Übersetzer mit ihrer Unterschrift und ihrem Stempel eine gewisse Rechtskraft. Die Allgemeinheit, insbesondere im Ausland, wo ein solches System unbekannt ist, weiß jedoch nichts von diesem speziellen deutschen System, und die Leute denken, wenn eine Übersetzung mit einem irgendwie offiziell aussehenden Stempel versehen ist, dann wird es schon hinkommen.

Problematisch wird es, wenn deutsche Botschaften im Ausland (siehe Japan) die Kundschaft nicht über diesen speziellen Sachverhalt aufklären und behaupten, sie könnten selbst „beglaubigte Übersetzungen“ ausstellen, indem sie den Übersetzungen, die von unqualifizierten Personen angefertigt wurden, durch Abstempelung ein gewisses amtliches Aussehen verleihen. Die Botschaften treten in dem Moment wie ein Übersetzungsunternehmen am Markt auf, das mit unlauteren Mitteln die allgemeine Unkenntnis ausnutzt und das Geschäft an sich reißt. Ganz offensichtlich geht es den Botschaften um die Einnahmen in Höhe von 25 Euro, die sie für jeden Vorgang einkassieren, ein anderer Schluss ist nicht möglich. Wahrscheinlich ist die Kundschaft auch noch dankbar, wenn ihr endlich jemand in ihrer Landessprache im Internet erklärt, wie man angeblich vorgehen muss, um eine beglaubigte Übersetzung zu erhalten. Auf die Idee, dass die Botschaft die Leute nur abzockt, kommt erst mal niemand.

Warum allerdings ein paar festangestellte und gutbezahlte Beamte einen Grund haben, sich nebenbei ein wenig unternehmerisch zu betätigen und auf diese Weise die Einnahmen des Auswärtigen Amtes zu steigern, zu Lasten der Gerichtsdolmetscher des eigenen Heimatlandes, bleibt ein Rätsel, zumal auch die Kunden massiv geschädigt werden, die dann in Deutschland mit ihren Botschaftsübersetzungen auflaufen. Die begünstigten Kollegen in Japan werden sich doch wohl nicht durch eine „Eintrittsgebühr“, Provision o. ä. Zugang zur botschaftseigenen Übersetzerliste verschaffen? Schließlich gibt es nicht wenige Kollegen, die bereit sind, einiges dafür hinzublättern, um auf diesen prominenten Werbeplatz gesetzt zu werden, der, wie mir berichtet wurde, den Betreffenden eine gute Auslastung und einen schönen, regelmäßigen Umsatzstrom beschert.

Das muss man sich mal vorstellen: Irgendjemand bei der Botschaft spielt sozusagen Gott und entscheidet über das Wohl und Wehe von Existenzen, indem er eine willkürliche Auswahl trifft – womöglich nach Sympathie oder nach Höhe der angebotenen Eintrittsgebühr -, einige wenige Anbieter, bei denen es sich zum Teil noch nicht einmal um ausgebildete Übersetzer handelt, auf die öffentlich angezeigte Botschaftsliste setzt und diesen dadurch zu einem gesicherten Einkommen verhilft. Entschuldigung, aber das wird in der Öffentlichkeit als Kumpelbegünstigung wahrgenommen. Ob es wohl möglich ist, gegen den / die Verantwortlichen wegen „Sadismus“, „Auslebens von Machtphantasien“ o. ä. vorzugehen? Mit einem pflichtbewussten Beamten, der fleißig seinen Dienst erfüllt, hat das ja nur noch wenig zu tun. Das erinnert eher an eine Art Schreckensherrschaft, würde ich sagen. Nun muss man es den braven Beamten freilich nachsehen, dass sie solche Wörter wie „freier Wettbewerb“, „globaler Markt“, „Gewinnorientierung“ usw. noch nie gehört haben.

Irgendwo hört’s doch auf. „Immunität“ / „Diplomatenstatus“ / „rechtsfreier Raum“ hin oder her, aber irgendwo wird doch mal die Grenze zum Wettbewerbsverstoß überschritten. Umleitung von Umsatzströmen in bestimmte Taschen, Günstlingswirtschaft, Behinderung des freien Wettbewerbs, das sind doch richtiggehende Wirtschaftsstraftaten. Eine derart offensichtliche Sache müsste doch nach Maßstäben des Wettbewerbsrechts ganz leicht beizulegen sein, aber nun gut, wenn die Herrschaften, weil sie sich im Ausland befinden und gegen alles immun sind, sich benehmen können wie sie wollen, dann muss dieser Skandal eben öffentlich benannt werden.

nach oben, Teil 1


Botschaftsübersetzungen, Teil 3

30.12.2017

Fakten

Ich habe Folgendes herausgefunden:
1. Es gibt ein eigenes Diplomatenrecht, innerhalb dessen das Auswärtige Amt sich anscheinend einige Sachen herausnehmen darf, die nach normalem deutschen Recht einer Behörde versagt sind, z. B. sich in bestimmten Geschäftsfeldern zu betätigen.
Beispiel: Botschaften dürfen sich selbst für berechtigt erklären, im Ausland die Richtigkeit und Vollständigkeit von Übersetzungen zu bestätigen mit der Begründung, sie „müssten“ diesen Service anbieten, weil in manchen Ländern ein System der beeidigten Übersetzer wie in Deutschland nicht existiert.
Gegenargument:
Wenn man zu einem Service nicht qualifiziert ist, dann kann man ihn nicht erbringen, auch nicht im Ausland. Ich selbst komme auch nicht auf die Idee, in ein Gebiet zu gehen, wo es keine Ärzte gibt, mich dort für die Gesundheitsversorgung der Bevölkerung zuständig zu fühlen und einen unqualifizierten „medizinischen Service“ anzubieten.
Mögliche Antwort der anderen Seite:
„Wieso, im rechtsfreien Raum gilt eben das Naturrecht. Im Dschungel, wo mich keiner sieht, kann ich mich ausgeben als was ich will.“

…Naja, das stimmt, aber leider wird den Auslandsvertretungen bei ihren Aktivitäten von den Augen der ganzen Weltöffentlichkeit zugeguckt.

2. Diplomaten sind gegen jegliche Strafverfolgung immun (siehe Artikel). Sogar bei schweren Straftaten können sie nicht belangt werden. Das bedeutet, selbst wenn man ihnen „richtige“ Verstöße und Straftaten nachweisen kann, die auch nicht durch das Diplomatenrecht abgedeckt werden, kann der Normalbürger nichts dagegen unternehmen, dass sie ihre Praktiken immer weiterlaufen lassen. Das Bild, das sie dabei abgeben, kümmert sie nicht, denn es fühlt sich keiner persönlich verantwortlich oder zuständig. („Nicht ich mache es, sondern meine Behörde macht es.“) Folglich sehen sie keinen Handlungsbedarf, irgendetwas an Ihren Praktiken zu ändern. Ob sie damit in der Welt auffallen, ist ihnen egal.

Es steht sicherlich nirgendwo im Diplomatenrecht geschrieben: „Botschaften dürfen Unlauteren Wettbewerb treiben“, trotzdem tun sie’s unter dem Deckmantel ihrer Immunität. Während eine Behörde sich normalerweise jeglicher Form von Werbung zu enthalten hat, weil diese sofort den Verdacht der Korruption mit sich bringt, nehmen sich die deutschen Botschaften und Konsulate weltweit das Recht heraus, in Form von öffentlichen Listen auf ihren Webseiten Werbung für lokale Übersetzungsanbieter in dem jeweiligen Gastland zu machen. Wenn man als Marktteilnehmer dagegen vorgehen und das AA z. B. wegen Unlauteren Wettbewerbs o. ä. anzeigen will, wie es normalerweise angebracht ist, hat man keine Chance, denn obwohl die Botschaften offensichtliche Verstöße gegen das Wettbewerbsrecht begehen, handeln sie anscheinend im Einklang mit ihrem selbstgemachten Diplomatenrecht. (Man bekommt dann vom Gericht die Antwort: „Es liegt keine Straftat vor.“) Die Welt ist also dagegen machtlos und muss tatenlos zusehen, wie es ein paar festangestellten Beamten im Ausland gestattet wird, auf dem Übersetzungsmarkt herumzustümpern und dies auch noch als „Service“ zu verkaufen.

3. In Wirklichkeit haben Botschaften und Konsulate mit Übersetzungen so wenig zu tun wie die Kuh mit dem Sonntag. Oberflächlich betrachtet könnte man annehmen, dass es Botschaften naturgemäß irgendwie zustehen würde, sich mit Übersetzungen zu beschäftigen („Vermittlung zwischen den Kulturen“ o. ä.), aber der Übersetzungsmarkt wird von Dienstleistern abgedeckt. Deswegen müssen sich die Auslandsvertretungen entscheiden: Wollen sie eine Behörde oder ein gewinnorientiertes Unternehmen sein? Auch mit der Beglaubigung von Übersetzungen haben sie, rechtlich gesehen, rein gar nichts zu schaffen, denn die Beglaubigung von Übersetzungen ist ausschließlich den Urkundenübersetzern und Notaren vorbehalten. Es könnte sein, dass auch Berufskonsuln mit ihrem persönlichen Stempel Übersetzungen beglaubigen dürfen. Man findet im Internet auf Anhieb nichts dazu heraus, aber das Strategiepapier des AA könnte an der Stelle einen Hinweis geben, wo gesagt wird (Seite 4): „Honorarkonsuln haben keine Befugnis zur Vornahme von Beurkundungen“, woraus sich ableiten lässt, dass Berufskonsuln doch dazu befugt sind. Diese Berechtigung ist jedoch nur an die Person des Berufskonsuls gebunden und erstreckt sich nicht auf „das gesamte Personal des Konsulats“ oder „die Empfangsdame der Botschaft“, wie es in Japan praktiziert wird. Aber welcher Berufskonsul wird denn sich selbst und seinen namentlichen Stempel für eine so profane Tätigkeit, das Vergleichen (oder gar Selbstübertragen) von Texten hergeben? Von daher ist der ganze scheinbare Zusammenhang „Auslandsvertretungen <> beglaubigte Übersetzungen“ hinfällig.

4. Der Grund allen Übels liegt in diesem Papier.

Der Skandal liegt, abgesehen von dessen Inhalt, vor allem darin, das so ein Dokument überhaupt möglich ist: Das sind Richtlinien, die sich das Auswärtige Amt selbst gegeben hat dahingehend, wie die Botschaften sich u. a. in Bezug auf Übersetzungen verhalten sollen. Es werden dort in den Abschnitten „Beglaubigung von Übersetzungen“ und „Fertigung von Übersetzungen“ in einer schwammigen Sprache Angaben zur Politik des AA in Hinsicht auf Übersetzungen gemacht. Kurz und gut, die Aussage lautet einerseits sehr richtig: „Übersetzungen und die jeweiligen Bestätigungsvermerke der Übersetzer sind einer Beglaubigung durch die Konsularbeamten grundsätzlich nicht zugänglich“ (Seite 3, Abschnitt 2), und andererseits: „Die Konsularbeamten können stattdessen die Richtigkeit und die Vollständigkeit einer Übersetzung bestätigen, wenn sie die Landessprache hinreichend beherrschen. Die Auslandsvertretung entscheidet selbst, ob sie diese Dienstleistung anbieten kann oder auf die Dienste der öffentlich beeidigten Übersetzer verweisen muss.“ (Seite 3, Abschnitt 4) Hier fangen die Ungereimtheiten schon an, denn: Wieso wird den Botschaften soviel Eigenleben und Entscheidungsfreiheit zugestanden, dass es ihnen erlaubt wird, irgendwas zu „wollen“? Wieso sollte eine Botschaft die offizielle Datenbank nicht angeben „wollen“ (d. h. was haben sie für ein Problem damit, die Datenbank anzugeben), und wieso handeln sie nicht im Einklang mit allen anderen deutschen Behörden, die stets eine „beglaubigte Übersetzung durch einen in Deutschland beeidigten Urkundenübersetzer“ fordern? Wieso wird dieses Thema also überhaupt zur Sprache gebracht, und was gibt es daran zu diskutieren? Eigentlich dürfte es doch gar keine „Politik“ des AA in Bezug auf Übersetzungen geben. Wieso fühlen sie sich also bemüßigt, ausgerechnet auf dem Gebiet der Übersetzungen übergriffig zu werden?

Wenn ich es richtig sehe, gehen diese Richtlinien auf ein einzelnes Individuum zurück, das sie dazu benutzt, um innerhalb seiner Festanstellung seinen eigenen unternehmerischen Neigungen nachzugehen, indem es festlegt: „Wir dürfen den Leuten die offizielle Datenbank verschweigen und es dem Publikum des Gastlandes gegenüber so darstellen, als ob wir es selbst mit beglaubigten Übersetzungen versorgen können.“ Die scheinbare Selbstverwirklichung der Botschaften / Konsulate ist also im Grunde nichts anderes als die Selbstverwirklichung einer einzelnen (kranken) Person. (Ob man dazu „Amtsmissbrauch“ sagen könnte?)

Serie von Ungereimtheiten

Ich weiß nicht, was dahinter steckt, aber irgendwie scheint mir darin die Geringschätzung des Übersetzerberufs zum Ausdruck zu kommen. („Übersetzen kann jeder, einen schönen Stempel haben wir auch, also kriegen wir es sicher hin, den Leuten unsere abgestempelten Übersetzungen, die von unqualifizierten Personen angefertigt wurden, als ‚beglaubigte Übersetzungen‘ zu verkaufen. Dieses Geschäft lassen wir uns nicht entgehen. Was die Urkundenübersetzer können, das können wir schon lange.“)

Es gibt zwei Möglichkeiten, die als Motiv für dieses Gebaren in Fragen kommen:
1. Persönliche Gründe
a) Emotionale Befindlichkeiten: Jemand, der beim Auswärtigen Amt am Hebel sitzt, vielleicht ein frustrierter Angestellter, der sich in seinem Job langweilt und der auf diese Weise ein wenig seine unternehmerischen Neigungen auslebt, oder ein verhinderter Übersetzer, der seine Machtstellung ausnutzt, um der vermeintlich gefühlten Konkurrenz (den Urkundenübersetzern) eins auszuwischen und ihr auf diese Weise das Geschäft abzugraben.
b) Korruption
Jemand beim AA profitiert persönlich davon, wenn möglichst viele Übersetzungen von deutschen Vertretungen im Ausland abgestempelt werden (z. B. in Form einer Provision).
ODER
2. Es ist die Politik des AA, neben der Vertretung des Heimatlandes nach außen auch noch maximalen Profit einzufahren.
Dabei kommt sofort die Frage auf: Wo fließt das Geld denn hin? Das zählt doch als „Staatseinnahmen“, oder? Es ist ja sehr löblich, wenn eifrige Beamte die Einnahmen für den Staatshaushalt im Sinn haben, aber andererseits ist diese Rechnung auch ein bisschen hirnrissig, denn gleichzeitig sorgen sie ja dafür, dass der größte Teil des Umsatzes, nämlich das Honorar für die eigentliche Übersetzungsarbeit, beim ausländischen Dienstleister verbleibt und somit der deutschen Volkswirtschaft entzogen wird. Wenn sie also Übersetzer im jeweiligen Gastland mithilfe ihrer öffentlichen Listen bewerben und dazu behaupten, sie könnten selbst die „Beglaubigung“ der betreffenden Übersetzungen gegen eine Gebühr von 25 Euro vornehmen, aber gleichzeitig dem Publikum das Vorhandensein der offiziellen deutschen Datenbank der Urkundenübersetzer verschweigen, dann sorgen sie automatisch dafür, dass ein Vielfaches der Stempelgebühr in Höhe von 25 Euro im Ausland verbleibt und nicht nach Deutschland fließen kann (schätzungsweise im Schnitt ca. 100 bis 200 Euro Auftragswert pro abgestempeltem Dokument). Dies kann man bestenfalls als irrational bezeichnen.

Wenn man nachfragt, geben die Botschaften als Rechtfertigung für Ihren Service an: „Es ist unsere Zuständigkeit, die Bevölkerung im Gastland mit beglaubigten Übersetzungen zu versorgen. Wir müssen diesen Service anbieten, damit die Kunden ihre Übersetzung im japanischen Inland erledigt bekommen, denn es geht schneller, die Übersetzung in Japan anfertigen zu lassen. Weil hier im Gastland nicht genug qualifizierte (d. h. in Deutschland beeidigte) Übersetzer ansässig sind, müssen wir diese Lücke füllen und den Leuten anbieten, ihre Übersetzungen, die sie uns vorlegen, gegen Gebühr mit einem Stempel zu versehen, damit sie wenigstens etwas haben, das entfernt einer BÜ ähnelt, die sie den Behörden in Deutschland vorlegen können.“

Das mag auf den ersten Blick wirklich nett oder serviceorientiert erscheinen, und man könnte meinen, dieser Service sei wirklich nötig, weil ein System der beeidigten Übersetzer in anderen Ländern nicht existiert, ABER (gemäß dem gesunden Menschenverstand):
1. Die Botschaft muss überhaupt keinen Service anbieten, weil sie kein Serviceunternehmen ist.
2. Es obliegt einer Auslandsvertretung nicht, darüber zu befinden, ob der Markt für eine bestimmte Dienstleistung in einem Land gesättigt ist oder nicht.
3. Die Kunden müssen selbst entscheiden dürfen, ob die Bestellung einer beglaubigten Übersetzung aus Deutschland für sie zumutbar ist oder nicht, d. h. die Fürsorglichkeit des Auswärtigen Amtes darf nicht so weit gehen, dass es die Kundschaft weltweit vor der richtigen Liste „beschützt“.
4. Der Begriff der Beglaubigten Übersetzung ist doch nicht ganz für den freien Gebrauch bestimmt, denn eine Beglaubigung im eigentlichen Sinne (von Unterschriften, Siegeln, Kopien, der Richtigkeit von Übersetzungen, etc.) ist den Notaren vorbehalten. Bei Übersetzungen erweitert sich die Berechtigung zur Beglaubigung auf die Urkundenübersetzer (und evtl. Berufskonsuln), wobei der Begriff der Beglaubigung den Urkundenübersetzern in einigen Bundesländern sogar verboten ist, diese dürfen dann ihre Übersetzungen offiziell nur „bestätigen“. Außerdem ist es in Deutschland verboten, eine Übersetzung zu erstellen, die äußerlich einer beglaubigten / bestätigten Übersetzung ähnelt, und derjenige würde ganz schnell wegen Arglistiger Täuschung belangt werden. Es kann also doch nicht jedermann behaupten: „Ich verkaufe beglaubigte Übersetzungen“, auch nicht in der Fremdsprache.
5. Um sich einen Anstrich von Seriosität zu geben, verlangen die Vertretungen in Japan, dass sich die Kunden nach erfolgter Übersetzung persönlich zum Abstempelungsprozess zur Botschaft / zum Generalkonsulat begeben und dabei neben der abzustempelnden Übersetzung ihr Originaldokument mitbringen. Dies könnte man auch als Gängelung oder Nötigung des Publikums bewerten, denn die Kunden haben überhaupt keinen Vorteil davon, dass sie das originale Dokument vorzeigen, das heißt, es wird nirgends erwähnt, dass die Empfangsdame das Dokument im Original mit ihren eigenen Augen gesehen hat (und nicht als Kopie, Datei o. ä.). Weiterhin werden die Kunden in der japanischen Sprachversion nicht darüber aufgeklärt, dass der Botschafts-/ Konsulatsstempel unter Umständen von den deutschen Ämtern nicht akzeptiert wird (Stand Feb 2018). So betrachtet relativiert sich der Servicegedanke doch etwas, und man könnte vermuten, dass noch etwas anderes als reine Kundenfreundlichkeit dahintersteckt, zumal man nicht unbedingt von „Schnelligkeit“ ausgehen kann, wenn die Kunden eventuell einen ganzen Tag einplanen müssen, um zur Botschaft / zum Konsulat zu gelangen. (Welches Argument für ihre „Schnelligkeit“ sie im aufkommenden Zeitalter der elektronischen Signatur, in dem überhaupt kein Postweg mehr nötig ist, angeben werden, darauf darf man gespannt sein.)
6. Wenn besagter Service damit verbunden ist, dass den Leuten Lügen aufgetischt werden („Wir wissen nichts von einer offiziellen deutschen Datenbank der Urkundenübersetzer“… „Unsere abgestempelten Übersetzungen werden von den meisten deutschen Behörden akzeptiert“… „Beglaubigte Übersetzungen bekommen Sie nur bei uns“ [<< auf Japanisch, siehe Teil 1 „Botschaftsbeglaubigungen“]), dann ist das von seiten einer Behörde schon befremdlich, und es drängt sich der Gedanke der Gewinnorientierung auf. Sogar die Aussage: „Wenn Sie eine beglaubigte Übersetzung benötigen, können Sie sich an uns wenden, wir geben Ihnen einen Stempel, vielleicht haben Sie Glück und kommen beim Amt damit durch“, entspricht zwar halbwegs der Wahrheit, ist aber immer noch als durchsichtiger Marketingtrick im Sinne der Gewinnmaximierung zu erkennen, denn was für einen Grund sollte eine Botschaft sonst haben, dem Publikum nur die halbe Wahrheit mitzuteilen? (Andere Hälfte der Wahrheit: „Es gibt eine offizielle Liste mit beeidigten Übersetzern, deren Übersetzungen in Deutschland garantiert anerkannt werden“.) Auch wenn es Behörden grundsätzlich erlaubt sein sollte, gewerblich tätig zu sein, ist es ihnen denn auch erlaubt, mit ihrer erdrückenden Marktmacht anderen Dienstleistern das Wasser abzugraben und das komplette Geschäft des jeweiligen Gastlands an sich zu reißen? Was sollte das für einen Sinn haben, wer profitiert davon?
7. Die Allgemeinheit hat einen Anspruch darauf, dass von deutschen Behörden wahre Tatsachen verbreitet werden. Zum Beispiel „Eine richtig beglaubigte Übersetzung kriegt man nur von einem richtig beeidigten Übersetzer, das gilt im In- wie im Ausland. Botschaften können, theoretisch, nur Pseudobeglaubigungen ausstellen.“
8. Die Urkundenübersetzer haben einen Anspruch darauf, dass diese wahre Tatsache weltweit hinreichend kommuniziert wird und dass sie ungehindert ihre Tätigkeit ausüben können, ohne dass ihnen von irgendwelchen Dilettanten ins Geschäft reingepfuscht wird.
9. Außerdem haben die beeidigten Übersetzer keinen Grund, es hinzunehmen, dass ihnen ständig, global gesehen, Umsätze in Millionenhöhe entzogen und in fremde Taschen gelenkt werden. (Wenn sich das mal im Laufe der Jahrzehnte nicht schon auf Milliardenbeträge angehäuft hat.)

Jedenfalls führen sich die Vertretungen wie ein Übersetzungsunternehmen auf, das jegliche denkbare unlautere Mittel anwendet, um soviel Marktanteil wie möglich zu ergattern, obwohl es sich um eine Behörde handelt, die aus lauter festbezahlten gutsituierten Angestellten besteht und die anscheinend aus Spaß oder zum Zeitvertreib ein bisschen Unternehmertum betreibt. Keiner der Verantwortlichen ist jedenfalls auf diese Einnahmen als Broterwerb angewiesen.

Wenn sie mal ihre Finger vom Markt lassen würden, dann würden die Kunden, wenn sie „beglaubigte Übersetzung“ in ihrer jeweiligen Landessprache eingeben, nicht gleich auf die Botschaftswebsite als ersten Treffer stoßen, sondern hätten eine Chance, auch auf andere Anbieter zurückzugreifen. Haben denn die Botschaften nicht auch eine Pflicht zur Aufklärung, also dass sie die Leute gewissermaßen aufklären müssen, wie man wirklich an eine BÜ gelangt? Wenn sie stattdessen wie ein voll gewinnorientiertes Unternehmen schreien: „Hier, hier! Gebt uns den Auftrag!“, dann macht das in der aufgeklärten Öffentlichkeit nur einen fragwürdigen Eindruck. (Wohlgenährte Beamte, die sich als Konkurrenz der Freiberufler betätigen – was für ein trauriges Bild….) Wenn ein kleiner Unternehmer ein bisschen die Wahrheit verdreht („Beglaubigte Übersetzungen bekommen Sie nur bei uns“), dann mag das in einem gewissen Rahmen nachvollziehbar sein, aber wenn man ein solches Gebaren bei einer Behörde beobachten muss, dann sieht das einfach nur grotesk aus.

Die ganze Übersetzungspolitik das Auswärtigen Amtes beruht nur darauf, dass irgendjemand bei denen irgendwas „fühlt“. Da ist es ja merkwürdig, dass sie sich offensichtlich nur in Japan für die Versorgung der Kundschaft mit BÜ zuständig „fühlen“, in weiteren Ländern hingegen wohl nicht. In anderen, weit entfernten Ländern (z. B. USA) beschränken sie sich darauf, Listen von ortsansässigen Übersetzern einzustellen, was auch schon eine Marktverzerrung darstellt, und diese mit dem absurden Zusatz zu versehen: „Diese Liste stellt keine Empfehlung dar.“

Soweit ich es überblicke, ist Japan überhaupt das einzige Land, wo sie mittlerweile die offizielle Datenbank angeben, seit August 2017 auf Druck der Öffentlichkeit – Öffentlichkeitsarbeit ist wohl die einzige Sprache, die sie verstehen.

Wirtschaftsstraftaten

Damit jedoch der Ungereimtheiten nicht genug: Sie belassen’s nicht dabei, dass sie auf ihrer Website den allgemeinen Service anbieten, Übersetzungen abzustempeln, damit diese ein gewisses offizielles Aussehen erhalten, denn bei beglaubigten Übersetzungen geht es um die Bestätigung der Richtigkeit und Vollständigkeit. Wenn Sie also den Eindruck einer BÜ erwecken wollen, müssen sie schon ein bisschen darauf achten, dass sie nicht „irgendwas“ abstempeln, sondern dass die Richtigkeit und Vollständigkeit der Übersetzung einigermaßen eingehalten wird. (Fehlerhafte Übersetzungen abzustempeln wäre dann doch zu peinlich.) Diese Leistung können sie aber aus logistischen Gründen nicht erbringen, denn da sie kein Übersetzungsunternehmen sind, verfügen sie nicht über Kapazitäten für das Überprüfen und Korrigieren von fremderstellten Übersetzungen. (Der Job ist ja für die Vertretungen gerade deshalb so lukrativ, weil er mit null Arbeitsaufwand verbunden ist.) Deswegen sind sie auf die Zuarbeit von einigen wenigen Dienstleistern angewiesen, die sich als zuverlässig bewährt haben und deren Übersetzungen sie unbesehen abstempeln können. Nun müssen sie aber sicherstellen, dass die Kunden auch wirklich diese wenigen bewährten, aber unbeeidigten Übersetzer beauftragen, um dann hinterher zur Abstempelung zu ihnen zu kommen. Dies geschieht in Form von Listen, in denen die begünstigten Übersetzer an prominenter Stelle aufgeführt werden, zusammen mit der falschen Behauptung: „Die meisten deutschen Behörden (u.a. das Standesamt I und die Senatsverwaltung für Justiz in Berlin) akzeptieren auch Übersetzungen von den nachfolgend genannten Übersetzungsbüros in Japan.“ In diesem Moment begehen die Vertretungen jedoch Wirtschaftskriminalität riesigen Ausmaßes, wobei es wieder mal ein Rätsel ist, wieso sie sich an dieser Stelle so wenig um geltende Gepflogenheiten scheren. Es weiß doch jedes Kind, dass eine große Organisation und erst recht eine Behörde keine Werbung treiben darf, und wie allgemein bekannt ist, stellt jede Erwähnung eines Namens, Markennamens o. ä. schon eine Empfehlung dar. Auch wenn alles durch ihre Immunität gedeckt sein sollte, müssen sie doch damit rechnen, dass es irgendwann auffällt, wenn sie’s zu bunt treiben.

Leider waren noch kein Anwalt und keine Wettbewerbszentrale so nett gewesen, mir zu erklären, wie die Straftaten im Einzelnen heißen, meinem laienhaften Instinkt nach dürften die Tatbestände aber in etwa lauten: Wettbewerbsverzerrung, Korruption, Günstlingswirtschaft, Behinderung des freien Wettbewerbs etc.

Der Vorwurf der Korruption hat hierbei gar nichts mit einer Unterstellung zu tun, sondern es ist quasi für jedermann auf den ersten Blick ersichtlich, dass dort Bestechungsgelder fließen müssen. In dem Moment, wo eine solche Liste im Internet auftaucht, bleibt dem Betrachter gar nichts anderes übrig, als dies als Korruption zu interpretieren.

Deswegen ist es rechtlich-theoretisch vielleicht zwar möglich, dass sie einen Abstempelungsservice anbieten, praktisch aber nicht durchführbar, und ganz sicher ist es nicht legal, diese Produkte als „beglaubigte Übersetzungen“ anzupreisen. Wenn sie den Stempelservice auf legale Weise gewerbsmäßig anbieten wollten, dann müssten sie jemanden für diese Arbeit abstellen, der tatsächlich die Richtigkeit und Vollständigkeit von fremderstellten Übersetzungen überprüft, aber das wäre eine nicht zu bewältigende Herkulesaufgabe, zumal am Ende ja noch nicht mal eine echte Beglaubigung, sondern nur ein Pseudobeglaubigung herauskommt, über die sich die Leute möglicherweise noch beschweren.

Fazit

1. Botschaften können aus Kapazitätsgründen keine Übersetzungen erstellen.
2. Botschaften und Konsulate haben keine Legitimation, Übersetzungen im Sinne eines Notars / Urkundenübersetzers zu beglaubigen.
3. Botschaften und Konsulate haben keine Legitimation, Übersetzer „zuzulassen“ [<< auf Japanisch, siehe Teil 1 „Botschaftsbeglaubigungen“]), oder dies zu behaupten.
4. Es ist illegal, Übersetzungen mit einem Stempel zu versehen, so dass sie den Anschein von echten beglaubigten Übersetzungen erwecken.
5. Es wird dem AA gestattet, sich für die Versorgung der Bevölkerung mit BÜ im Ausland zuständig zu fühlen und seine eigenen Richtlinien zu konstruieren, in denen es sich selbst für berechtigt erklärt, Praktiken im Ausland anzuwenden, die normalerweise illegal wären. Der Rest der Welt hat sich dann mit diesem „Diplomatenrecht“ abzufinden.
6. Wenn das AA der Meinung ist, im Gastland unbedingt einen Abstempelungsservice anbieten zu müssen, weil die arme Kundschaft angeblich sonst keine Möglichkeit hat, eine richtige beglaubigte Übersetzung zu bekommen, ist es zwingend auf die Zuarbeit von einigen wenigen Dienstleistern angewiesen, denn die Botschaften selbst wollen und können sich nicht mit Übersetzungs- und Korrekturarbeit beschäftigen. In dem Moment aber, wo sie Werbung für ihre befreundeten Zulieferer machen, verstoßen sie gegen eine Reihe von Gesetzen. Das heißt im Umkehrschluss: Auch wenn die Botschaften sich aus lauter Fürsorglichkeit dazu berufen fühlen, ist es ausgeschlossen, dass sie diesen Service anbieten, da er zwingend mit unlauterer Werbung und Verstößen gegen das Wettbewerbsgesetz verbunden ist.
>>> Deswegen stimmt die ganze Beglaubigungskonstruktion des AA vorne und hinten nicht und ist ganz leicht als billiger Trick zu entlarven, die Einnahmen des AA, bzw. einiger korrupter Beamter zu steigern.
7. Die Verantwortlichen beim AA halten auf Biegen und Brechen an ihrem Beglaubigungsservice fest, wie sie dabei vor der ganzen Welt dastehen, ist ihnen egal, denn es fliegt keiner persönlich auf. Solange ihr Geschäftsmodell noch ein bisschen funktioniert, d. h. solange noch ein Bürger des Gastlandes glaubt, was er auf deren Webseite geschrieben sieht, betreiben sie ihre Politik weiter.
8. Wenn eine Botschaft ganz offensichtlich lügt, dann macht das nicht nur einen fragwürdigen, sondern schon einen kriminellen Eindruck.
9. Die Allgemeinheit kann gut und gerne auf diesen schädlichen und überflüssigen Service verzichten, denn in Ländern, wo dieser Service nicht angeboten wird, kommen die Leute schließlich auch sehr gut klar und sind immer noch am Leben, ohne vom Abstempelungsservice der deutschen Vertretungen beglückt zu werden. Immerhin ist es ihnen schon gelungen, mit einer deutschen Behörde zu kommunizieren und die Auskunft zu bekommen, dass eine beglaubigte Übersetzung benötigt wird. Da werden sie es vielleicht auch zuwege bringen, zu einem in Deutschland ansässigen Übersetzer Kontakt aufzunehmen und bei diesem eine Übersetzung zu bestellen.
10. Immunität (= Schutz vor Strafverfolgung) kann nicht als Entschuldigung für das Begehen von Straftaten herhalten. Wenn Diplomaten sich bestimmte Dinge herausnehmen, dann müssen sie eben von der Öffentlichkeit als Kontrollorgan darauf hingewiesen werden: „Es sieht komisch aus, wenn deutsche Beamte im Ausland über die Stränge schlagen.“ Freie Meinungsäußerung ist bekanntlich ein Kontrollorgan der Demokratie, wobei das hier überhaupt nichts mit „Meinungsäußerung“, sondern ausschließlich mit „Wahrheitsäußerung“ zu tun hat. Die Wahrheit zu erkennen und zu äußern ist bei uns schließlich erlaubt, und Zensur haben wir ja noch nicht. Wenn die Justiz großflächig versagt, weil alle Angst haben, sich mit dem Auswärtigen Amt anzulegen, müssen die Bürger sich ja noch irgendwie artikulieren können. Übrigens, der BND kann noch so sehr meinen Computer, meine E-Mails und Telefone ausschnüffeln, er wird, was meine Absichten anbelangt, außer „Aufdecken der Wahrheit“ nichts finden.
11. Ich sehe nicht ein, dass ich mir von meinen eigenen Landsleuten das Geld aus der Tasche ziehen lassen soll, nur weil diese mal eben Lust dazu haben, zu meinen potenziellen, mir geraubten Kunden „nett“ zu sein.

Glasklares Fazit: Das AA beschäftigt sich nur aus dem einen Grund mit dem Thema Übersetzungen, um selbst aus dem Begriff der „Beglaubigten Übersetzung“ den größtmöglichen Profit zu schlagen. Die verwunderte Öffentlichkeit kann sich dabei immer nur fragen: Warum tun die so etwas? Mögliche Erklärung:
Persönliche Motive (irgendein kaputter Typ lebt seinen Machttrieb aus / Korruption), oder: Die Politik des AA besteht darin, neben seiner diplomatischen Mission (Vertretung des Heimatlandes nach außen) auch noch maximalen Profit einzufahren.
Beides sind irrationale Gründe, denn der zweite Grund, Maximierung der deutschen Staatseinnahmen in Form von Stempelgebühren in Höhe von 25 Euro pro Vorgang, wird unterwandert durch Fernhalten von Umsatzströmen in vielfacher Höhe nach Deutschland. Die Beamten tun nämlich alles Erdenkliche und sorgen aus Leibeskräften dafür, den Umsatz im Ausland zu halten und damit der deutschen Volkswirtschaft den größtmöglichen Schaden zuzufügen. Daran kann man ablesen, dass es Ihnen nun nicht gerade um die Interessen des Heimatlandes geht. Da stellt sich dem staunenden Publikum einmal mehr die Frage: Wieviel Unbedarftheit bzw. Selbstverwirklichung soll Beamten, die ihr Gehalt aus Steuermitteln beziehen, zugestanden werden? Sie halten anscheinend nur aus Prinzip und Gewohnheit daran fest, denn keiner der Angestellten hätte eine Auswirkung am eigenen Leibe in Form von Einbußen zu spüren, wenn sie von heute auf morgen ihre Praktiken einstellen müssten, und keiner der Verantwortlichen ist (hoffentlich) persönlich auf diese Einnahmen angewiesen. Demzufolge gibt es keinen Grund, diese Farce noch einen Tag länger zu dulden.

Lösungsansatz

Obwohl Diplomaten gegen jegliche Strafverfolgung immun sind, können sie sich doch nicht alles erlauben, denn sie müssen damit rechnen, dass ihr Verhalten irgendwann auffällt. Man hat als Normalbürger bzw. als geschädigter Marktteilnehmer kein anderes Druckmittel, um dagegen vorzugehen, außer auf den Skandal öffentlich aufmerksam zu machen. Sämtliche Briefe und E-Mails von mir und von seiten meines Berufsverbandes, des BDÜ, blieben jedenfalls unbeantwortet. Die telefonische Auskunft vom Zuständigen für Korruptionsbekämpfung beim AA lautete: „Ach so, der BDÜ-Präsident hat uns in dieser Sache schon ein paar Briefe geschrieben, wann war denn das? Davon weiß ich nichts, ich bin neu hier. Hier herrscht eine ganz hohe Fluktuation. Schreiben Sie uns bitte nochmal eine E-Mail, dann kriegen Sie auf jeden Fall Antwort.“ Diesen Weg der direkten Kommunikation mit dem AA kann man natürlich vergessen. (Ehrlich gesagt lege ich auch keinen großen Wert auf eine Antwort von derlei Gesellschaft. Zudem finde ich nicht, dass ich mich mit einem behördlichen Widersacher unterhalten muss, der mir nach dem Leben trachtet, indem er mir Tag für Tag den Umsatz stiehlt.) Dieser extreme Fall eines Auswuchses der Bürokratie verdient es doch wirklich, an die Öffentlichkeit gebracht zu werden. Das ist doch einfach zu köstlich…

Im Übrigen muss ich mich mit einer Behörde nicht, wie mit einem Konkurrenzunternehmen, darüber streiten, wer den besseren / schnelleren Service bietet, denn auf mich wirkt sie nur wie eine Art seltsamer – wenngleich schwergewichtiger – Pseudokonkurrent, der partout seinen „Willen“ durchsetzen und sich selbst unbedingt als Serviceunternehmen am Markt etablieren will, wobei ihm jedes Mittel recht ist, um die unliebsame „Konkurrenz“ (d. h. die Urkundenübersetzer) durch Verschweigen der offiziellen Liste aus dem Weg zu räumen. Für mich sehen sie einfach nur wie ein unseriöser Anbieter aus, der sich im Ausland hinsetzt und, einem Trittbrettfahrer gleich, mit dem Begriff „Beglaubigte Übersetzung“ einen Reibach macht.

Um es mal ganz klar zu sagen: Hier findet ein Vernichtungskrieg statt, und es ist an diesem Verhalten ganz klar abzulesen, dass dort jemand, womöglich nur ein Einzelner, seinen „Willen“ auslebt und dass innerhalb der Beamtenschaft ganz gewaltig etwas aus dem Ruder gelaufen sein muss. Wer ist dieser eine Psychopath, der dort an die Macht gelassen wurde, und was ist in seinem Leben schiefgelaufen? Er möge sich bitte bei mir melden, damit ich mich mit ihm über Schadensersatz für Verdiensteinbußen der vergangenen zwei Jahrzehnte unterhalten kann. (Falls mit demjenigen ein Gespräch überhaupt noch möglich ist, d. h. falls er nicht schon zu weggetreten ist, um überhaupt noch etwas von seiner Umwelt wahrzunehmen.)

Auf jeden Fall wäre es sicher eine gute Idee, denjenigen, der hinter dem Ganzen steckt, schnellstens von seinem Amt zu befreien, damit er endlich Zeit hat, seinen Traum von der Selbständigkeit wahrzumachen. Sowieso ist es an der Zeit, die Position, welche das auch sein mag, mit jemand Schlauerem zu besetzen, denn den allerhöchsten IQ hat der bisherige Entscheidungsträger ja nun nicht vorzuweisen.

Falls jemand aus der geneigten Leserschaft eine Idee hat, wie man die beschriebenen Straftaten verfolgen kann – oder mich sogar vertreten würde – immer her damit. Wohlgemerkt, es geht um Strafrecht, nicht um Verwaltungsrecht! Diese Dinge sind nicht allein auf eine Lücke im Verwaltungsrecht zurückzuführen, sondern vor allem auf die kriminellen Aktivitäten eines Verrückten, der diese Verwaltungslücke ausnutzt. Beweis-Screenshots der Botschaftswebseiten können gern bei mir angefordert werden. Selbst wenn das AA jetzt nach und nach umschwenkt und die Angaben auf den jeweiligen Länder-Webseiten ändert, weil es unter dem Druck der Öffentlichkeitsarbeit seinen Fehler „einsieht“, ändert das nichts an der Tatsache, dass es mich jahrzehntelang eines Großteils meines Einkommens beraubt hat, das verjährt ja nicht so schnell. Da der Gegner sowieso ständig über meine Pläne im Bilde ist, kann ich auch gleich öffentlich auf Anwaltssuche gehen. (Kann man eigentlich irgendwo beantragen, dass diese Überwachung abgestellt wird?) Einen so leicht aufzuklärenden Fall gab es bestimmt noch nie, schließlich liegen die Beweise seit Jahren auf den Botschaftswebsiten offen zutage. Alle Informationen in dieser Sache sind durch ein paar Klicks im Internet auffindbar.

Anleitung zur Benutzung der offiziellen Datenbank in japanischer Sprache:
http://doitsugo-ninshou-honyaku.com/instructions-for-translators-database

nach oben, Teil 1


Botschaftsübersetzungen, Teil 4

12.03.2018

In diesem Teil versuche ich darzulegen, warum es sich eindeutig um einen Kriminalfall handelt.

Es ist nicht gesagt, dass diese Richtlinien des Auswärtigen Amtes tatsächlich irgendeine rechtlich bindende Wirkung hätten, denn das Wort „Richtlinien“ klingt , ähnlich wie z. B. „Maßgaben“, wie etwas, das ganz leicht und schnell abgeändert werden kann. Es muss also nicht bedeuten, dass die Welt sich wirklich damit als eine Art „Diplomatenrecht“ abzufinden hat. Es sieht so aus, als ob es für das Vorgehen hinsichtlich beglaubigten Übersetzungen im internationalen Raum überhaupt keine Rechtsprechung gibt. (Die einzige Rechtsprechung scheint hier zu lauten: „Das AA kann machen, was es will.“)

Insofern, wenn diese interne Regelung nur auf dem „freien Willen“ des Auswärtigen Amtes, aber ansonsten auf keinerlei Rechtsgrundlage ruht, kann man schlussfolgern: Der Abstempelungsservice der Vertretungen ist noch nicht einmal auf rechtlich-theoretischer Ebene möglich.

Es lässt sich an besagten Richtlinien jedoch ganz klar ablesen, dass hier jemand am Werk ist, der sich gerne mit dem Thema Beglaubigte Übersetzung beschäftigt und der aus irgendeinem Grunde „Lust“ hat, diese anzubieten. Aufgrund der ganzen Politik in Hinsicht auf Übersetzungen, die das AA bis heute betreibt, lässt sich vermuten, dass dieser eine Mensch noch immer als eine Art Alleinherrscher an der Macht sitzt, oder aber seine Nachfolger halten an den eingefahrenen Strukturen fest, so dass sich das System quasi schon verselbständigt hat. Keinesfalls ist derjenige jedoch gegen Strafverfolgung immun, denn er sitzt ja mitten im Verwaltungsapparat in Berlin.

Derjenige könnte argumentieren: „Alles was nicht geregelt ist, ist erlaubt.“ – Das stimmt, aber wenn das jemand in einer solch strategischen Position tut, dann muss man schon von „schwerer Verantwortungslosigkeit im Amt“ sprechen, denn was derjenige beabsichtigt, ist ganz klar zu erkennen: „Ich kann mich in diesem nicht geregelten Bereich austoben wie ich will.“ Nun kann derjenige jedoch nicht alles auf eine Lücke im Verwaltungsrecht schieben, denn er ist schließlich zurechnungsfähig und selbst für seine Taten verantwortlich. (Ich mag das Beispiel nicht zitieren, aber ein gewisser Machthaber konnte sich auch nicht darauf berufen: „Die Weimarer Verfassung hat mich ja an die Macht gelassen, also kann ich nichts für meine Taten.“)

Wobei in diesem Bereich eigentlich alles geregelt ist: Ich wage mal die kühne These aufzustellen, dass das Auswärtige Amt seine Filialen nicht zum Begehen von Rechtsverstößen auffordern darf, insofern ist dieser eine Satz in besagten Richtlinien eine Form der Amtsanmaßung. („Wir dürfen auch die Richtigkeit und Vollständigkeit von Übersetzungen bestätigen“ – was in Deutschland gleichbedeutend ist mit „Übersetzungen beglaubigen“, wie es nur den Notaren und Urkundenübersetzern zukommt.)

Die Aussage in den Richtlinien („Die Auslandsvertretung entscheidet selbst, ob sie diese Dienstleistung anbieten kann oder auf die Dienste der öffentlich beeidigten Übersetzer verweisen muss“) bedeutet nämlich nichts anderes als „Ich entscheide selbst, ob die Auslandsvertretung diese Dienstleistung anbieten kann oder …“ (Genauso gut hätte er formulieren können: „Ich entscheide selbst, ob ich einer bestimmten Berufsgruppe Aufträge zuführe oder entreiße.“) Die Tatsache, dass die Vertretungen in dieser Sache überhaupt nichts zu melden haben und dass besagte Person in der Zentrale alles alleine regelt, lässt sich ganz klar daran ablesen, auf welche Art und Weise diese Richtlinien umgesetzt werden: Zufällig entscheiden sich alle Vertretungen weltweit geschlossen dagegen, die offizielle Übersetzerliste auf ihrer Webseite anzugeben. Gleichzeitig entscheiden sich alle dafür, Listen mit beeidigten sowie unbeeidigten Übersetzern einzustellen, die allesamt vor Ort im Gastland ansässig sind. Mindestens in einem Land, Japan, kurbeln die Vertretungen in Form von Abstempelungen selbst aktiv das Geschäft ihrer Günstlinge an, was auf anteilige Provisionszahlungen auf Grundlage der Umsatzgröße hinweist. (Na klar, so lassen sich die Günstlinge am besten melken.)

Man kann sich darüber den Kopf zergrübeln, was für einen Sinn das haben soll, denn die einzige Absicht, die dahinter steckt, scheint zu sein: „Die Aufträge müssen unbedingt im betreffenden Gastland erledigt werden, damit die Leute es bequem haben.“ Es sieht wie eine seltsam-fanatische Servicebereitschaft aus, aber nur ein ausgemachter Naivling würde versuchen, die Realität auszublenden und die Augen davor zu verschließen, dass es sich eindeutig nur um Korruption handeln kann.

Also hat derjenige von Anfang an, beim Verfassen der Richtlinien, schon daran gedacht, sich selbst zu bereichern? Werden die Eintrittsgelder, die die begünstigten Übersetzer vermutlich zu entrichten haben, direkt an ihn nach Berlin durchgereicht? Insofern wären diese Richtlinien nicht die Ursache, sondern Ausdruck des Übels.

Das ist möglich, aber es spielt sicherlich auch noch etwas hinein, nämlich „fehlgeleitete Emotionen“. Denn die öffentliche Art und Weise, wie diese Listen zur Schau gestellt werden, ist doch zu auffällig, das heißt, derjenige versucht überhaupt nicht, seine Taten zu verschleiern. Oder aber er ist so dreist, dass es ihm egal ist, ob die offensichtliche Korruption auffällt.

Dabei spielt sicher auch das Motiv „Machtausübung“ eine Rolle. Denn in diesen Richtlinien ist zusätzlich die Strategie erkennbar: „Wir tun alles, um den Kunden das Wissen um die offizielle Liste vorzuenthalten. Kein Auftrag soll nach Deutschland durchdringen.“ Dahinter stecken nicht nur rationale Überlegungen, sondern auch eine Art Geistesgestörtheit. Der medizinische Fachausdruck dafür heißt „Psychopathie“. Wirklich, ich meine das ganz ernst und nicht als Beschimpfung: Psychopathie als Krankheitsbild. Der Beweggrund für alles im Leben eines Psychopathen lautet „Allmachtsgefühle“. Dies ist mit dem Ohnmachtsgefühl der anderen verbunden, was mit der Isolierung der Opfer vom Rest der Welt einhergeht. Diese Menschen (man möchte sie fast „Zombies“ nennen) beziehen ihren Kick aus dem Gefühl, andere zu beherrschen, ein weiterer Sinn steckt nicht dahinter. Die Täter sind männlich, intelligent und planen ihre Taten sorgfältig, außerdem haben sie ein verzerrtes Weltbild und nehmen ihre Umwelt nicht realistisch wahr im Sinne von „ich fühle mich unbeobachtet / mir ist gar nicht peinlich“. Sie stellen sich auch gerne als Opfer dar.

Leider kenne ich mich mit dieser Spezies nur zu gut aus, denn ich musste Zeit meines Lebens Bekanntschaft mit dieser Art Mensch machen, von daher würde es mich nicht wundern, wenn ich jetzt, wo es darum geht, mein Einkommen zu verteidigen, es wieder mit einer solchen Kreatur zu tun hätte.

(Exkurs:)
Der Vater meines ersten Kindes wollte zum Beispiel zuerst Dirigent werden, weil er, wie er mir sagte, die Vorstellung faszinierend fand, ein ganzes Orchester herumzukommandieren. Nicht, dass ihn der Job irgendwie interessiert hätte, sondern er fand ihn einzig und allein wegen der Machtposition spannend. (Er hat dann übrigens einen anderen Beruf ergriffen, in welchem er sich derzeit auch ausgiebig manipulativ austobt.) Diese Leute streben gezielt Positionen an, in denen sie sich mächtig fühlen können, wobei dieses Despotentum sich durch die ganze Gesellschaft zieht, angefangen bei Familienvätern, die zu Hause den Despoten spielen, aber ansonsten in der Welt nicht viel zu sagen haben. Welche Art inneres Defizit sie mit diesem Verhalten zu überdecken versuchen, sei jetzt mal dahingestellt, ich will damit nur sagen: Es ist der ganz normale Wahnsinn, der uns ständig im Alltag begegnet, und der gar nichts Besonderes ist. Es handelt sich einfach um miese kleine Idioten, die zuhauf herumlaufen, egal ob in einer hohen oder niedrigen Position.
(Exkurs Ende)

Unser kleiner Despot, der sich an die Spitze des AA gesetzt hat, mag also von folgenden Gedanken getrieben sein:
„Ich habe den ganzen Übersetzungsweltmarkt im Griff“… „Ich kann allen deutschen Vertretungen in der Welt sagen, wo’s langgeht“… „Ich kann alle Japaner mit ihren Originalen bei den deutschen Vertretungen in Japan antanzen lassen“… „Ich kann alle beeidigten Übersetzer im Heimatland durch Umsatzentzug verhungern lassen“… „Ich kann alle Japaner aufgrund der Sprachbarriere glauben machen, dass sie beglaubigte Übersetzungen nur bei uns bekommen“… „Ich kann die gesamte Weltbevölkerung von der offiziellen Übersetzerliste fernhalten“…usw.

Ich denke, dass es eine Kombination aus beidem ist: Psychopathie und Korruption. Dafür spricht, dass der Täter sich ausgerechnet Japan als besonders ergiebiges Betätigungsfeld ausgesucht hat:
– Den vertrauensvollen japanischen Kunden kann man alles erzählen, denn sie kommen gar nicht auf die Idee, sich woanders zu informieren, wenn sie gleich auf der Botschaftswebsite so ausführlich über den Service der Vertretungen aufgeklärt werden.
– Die Japaner können sich aufgrund der Sprachbarriere auch gar nicht woanders informieren.
– Die rückzugsgeneigten Japaner haben Angst vor dem schrecklichen, fremden Ausland und nehmen deshalb den besagten Service, weil er in ihrem eigenen Land angeboten wird, nur zu gern in Anspruch.
– Japaner beklagen sich nicht, solange sie ihre bürokratischen Angelegenheiten irgendwie erledigt kriegen. Wenn sie in Deutschland mit ihren Botschaftsbeglaubigungen nicht durchkommen, wundern sie sich vielleicht, aber sie bezahlen dann klaglos eine erneute Übersetzung.
– Deswegen sehr hohe Auslastung und sehr hohes Einkommen der begünstigten Übersetzer in Japan >>> besonders viel Provision lässt sich abschöpfen. (Es ist natürlich im Interesse des Täters, dass möglichst wenige Personen als Mitwisser involviert sind. Deshalb ist es lohnenswerter, eine beschränkte Zahl von Übersetzern, die ein hohes Umsatzvolumen aufweisen, abzuschöpfen, als eine Vielzahl von kleinen Übersetzern, von denen in anderen Ländern evtl. nur ein einmaliges Eintrittsgeld verlangt wird. Sicher hat es eine zeitlang gedauert, bis der Täter auf diesen Trichter gekommen ist.)

Dazu passt auch das aggressive Marktgebaren der Vertretungen in Japan: Sie wollten sich unbedingt als alleinigen Anbieter von beglaubigten Übersetzungen darstellen, denn dadurch verschaffen sie ihren Günstlingen den größten Umsatz und können, wenn immer mehr Arbeit anfällt, den Kreis ihrer Übersetzer noch erhöhen, um mehr Provisionsgelder zu kassieren. Das war jedenfalls ihre Strategie gewesen, bis ihnen der Aufschrei der Öffentlichkeit im August 2017 einen Strich durch die Rechnung gemacht hat und sie jetzt nicht mehr umhin können, den Leuten doch die Wahrheit über die offizielle Liste mitzuteilen.

Und hier schließt sich der Kreis: Botschaften haben von Natur aus tatsächlich nichts mit Übersetzungen / beglaubigten Übersetzungen zu tun, sondern diese eine besagte Person hat nur deswegen diese Klausel in ihre Richtlinien gesetzt, weil es von Anfang an ihr Plan war: „Mit dem Begriff ‚Beglaubigte Übersetzung‘ lässt sich Kohle machen“. Hier kommt übelste kriminelle Energie auf dem alleruntersten Level zum Vorschein, vergleichbar mit der allerletzten, unterirdischsten Russenmafia. (Will damit sagen: „sehr niedrige Beweggründe“.)

Bedarf es jetzt noch irgendwelcher Beweise? Also, liebe Anwälte, meldet euch bei mir! Ich suche einen, der den Typen zur Strecke bringt und Schadensersatz für mich herausholt. Oder habt ihr immer noch Angst vorm großen heiligen Auswärtigen Amt?
Es wird doch wohl der demokratischen, gerechten, durchblickenden Mehrheit der Gesellschaft möglich sein, einem oder ein paar miesen kleinen Despoten auf die Schliche zu kommen und ihm / ihnen das Handwerk zu legen. Die Allgemeinheit hat schließlich ein Interesse an der Aufklärung von Straftaten. Der Tatbestand heißt ganz banal „Amtsmissbrauch in einem besonders schweren Fall“, wo ist das Problem? Die Konstellation heißt ja hier nicht „Eine phantasievolle Einzelperson gegen das große Auswärtige Amt“, sondern „Die Interessen der Mehrheit der Beeidigten Übersetzer gegen einen einzelnen amoklaufenden Psychopathen“.

Was ich jetzt vermute: Das AA wird seine Übersetzerlisten, die die Haupteinnahmequelle des Täters sind, bis zum Allerletzten verteidigen, koste es, was es wolle. Daran sieht man, dass der Täter in den ganz obersten Reihen der Verwaltung sitzen muss, denn er allein hat die Macht, die Listen stehenzulassen oder abzuschalten. Er wird argumentieren: „Wir sagen den Leuten doch inzwischen die Wahrheit, nämlich dass wir keine Garantie für die Akzeptanz unserer abgestempelten Übersetzungen geben. Jetzt kann niemand mehr kommen und uns auch noch zum Abschalten der Listen zwingen. Es mag unlauterer Wettbewerb sein, und wir machen vielleicht insgesamt damit einen komischen Eindruck, aber so etwas fällt nur einigen wenigen Deutschen auf, die Japaner empfinden es als „guten Service“. Deshalb halten wir so lange daran fest, bis uns wirklich einer nachweist, dass es etwas mit Kriminalität zu tun hat. Es kratzt uns nicht wirklich, ob sich irgendwo eine kleine Übersetzerin aufregt, und es wird schon keinen öffentlichen Aufschrei geben, denn die große Masse hat sowieso kein Verständnis für Wirtschaftsthemen, und wen interessiert es, ob sich ein paar kleine Übersetzer irgendwo in Deutschland benachteiligt fühlen? Dann sollen die mal schön ein paar Protestmärsche veranstalten. Vielleicht war es doch ein bisschen zuviel des Guten, die offizielle Liste nicht anzugeben, aber unsere schönen einträglichen Listen abzuschalten, dazu kann uns keiner zwingen. Schließlich nehmen die Kunden im Gastland unseren Service gern in Anspruch, und sie kommen ja tatsächlich bei einigen Behörden in Deutschland damit durch. Außerdem lassen wir es so aussehen, als würden ganz allein die Vertretungen in den jeweiligen Ländern diese Entscheidung treffen, die sowieso nicht strafverfolgt werden können.“

Und genau das ist der Grund, warum kein Anwalt bisher Lust hatte, die Sache anzugehen: Es sieht äußerlich so aus, als würde sich eine kleine hysterische Übersetzerin, der das Wasser bis zum Hals steht, über die Ungleichbehandlung durch das Auswärtige Amt aufregen, aber die kann sich abstrampeln wie sie will. Sie sehen zwar alle, dass dort etwas nicht stimmt, aber sie halten das Problem für nicht sehr gravierend oder aussichtsreich.

Deshalb bringt es von meiner Seite auch gar nicht sehr viel, wenn ich vor den Kunden mit „Ungültigkeit der Abstempelungen in Deutschland“ argumentiere, denn schließlich werden diese tatsächlich nachweisbar von zwei Ämtern anerkannt. Also bekommen die Kunden in Japan tatsächlich eine Art „Service“, den die Vertretungen bis zum Letzten aufrecht erhalten werden, nach dem Motto: „Wenn es angeboten wird, kaufen wir es eben.“

Die Vertretungen sagen nun inzwischen halbwegs die Wahrheit, und deren eigene Übersetzerlisten gehen beim Publikum als „nicht so schlimm / wo ist das Problem / guter Service“ durch. Für mich als geschädigtes Opfer stellt sich die Sache jedoch ganz anders dar: Aus meiner Perspektive raubt unser Staat (ist das AA der Staat?) mir sämtliche Kunden aus dem japanischen Inland, die sich bei einem freien Wettbewerb direkt an uns Beeidigte in Deutschland wenden würden und füttert gleichzeitig mithilfe unlauteren Wettbewerbs ein paar wenige ausländische Nutznießer, die sich auf unsere Kosten dick und rund fressen. Ich kann darin nur „Morbidität des Systems“ erkennen.

Wenn ich Schadensersatz erwirken will, dann nutzt es daher wenig, die breite Öffentlichkeit auf den Skandal aufmerksam zu machen, denn diese hat kein Verständnis für meine Argumente („Ich will Geld“), sondern ich muss einen Rechtskundigen davon überzeugen, dass ich wirklich das Opfer einer Straftat geworden bin, wobei es nicht so einfach ist, einen Anwalt in dieser Sache zu finden, denn was ich bisher von allen Anwälten gehört habe (gefühlte 20 Stück), ging in die Richtung: „Ich pflege selbst Beziehungen zum Auswärtigen Amt“… „ Gegen das AA kann man nicht vorgehen“… „Das ist ein großes Ding, aber die Sache ist aussichtslos“ … „Bin nicht zu erreichen“… „Das Missverständnis lässt sich sicher klären“… „Ich habe selbst sehr gute Beziehungen zur Konsularabteilung“… „Sie sollten aufhören, Attacken gegen das AA zu fahren“… „Keine Zeit“… „Es ist eine rein verwaltungsrechtliche Angelegenheit“… „Man kann den Schaden nicht genau beziffern“… „Sie sollten nicht in der Öffentlichkeit solche wilden Spekulationen anstellen“… „Ich will erst zehntausend Euro Anzahlung haben, aber für die Vergangenheit kann man nichts mehr herausholen“… „Sie sollten sich jemanden in Ihrer Nähe suchen“… „Ich glaube nicht, dass Ihnen das zu mehr Aufträgen verhelfen wird“… „Willst du etwa den Kollegen in Japan ans Bein pinkeln?“ (ein Übersetzerkollege)… „Das geht in Richtung Kartellrecht, da müsste ich mich erst mal einlesen, eine Stunde Einlesen kostet 500 Euro“… usw. Die Auskunft des Bundeskartellamts lautete übrigens: „Wir sind nicht zuständig, denn wir sind keine Oberste Bundesbehörde, sondern nur eine Bundesoberbehörde.“ Ach so.

Dabei ist es geradezu erschreckend ist, über wie wenig Rechtsempfinden selbst Anwälte verfügen, denn man muss kein besonderer Staatsfeind sein, um zu erkennen, dass dort krumme Sachen ablaufen. Bereits vor ca. zehn Jahren, als ich die Zustände auf der Botschaftswebsite zum ersten Mal bemerkte, fiel mir auf: „Hier gehen ganz üble Sachen vor sich.“ Mein Argument „Die wollen mich aushungern“ oder „Die trachten mir nach dem Leben“ konnte jedoch bislang niemanden von seinem trägen Hocker reißen. (Weiteres Merkmal eines Psychopathen – er sagt zum Opfer: „Dir glaubt keiner.“)

Soll man nun, weil sich niemand an den Fall rantraut, die Sache immer weiterlaufen und die Stempelparty munter weitergehen lassen? Meiner Meinung nach ist zwar ein großformatiges, aber dennoch leicht zu lösendes Problem. Jemand muss die Sache nur einmal angehen und zur Anklage bringen. Mir als Opfer ist übrigens die Größe des Gegners egal, ebenso seine Motive. Fest steht nur, dass ein seltsamer Pseudokonkurrent mir seit Jahren rechtswidrig die Butter vom Brot klaut. Dass dieser seltsame Konkurrent in Gestalt einer Obersten Bundesbehörde daherkommt, dafür kann ich nichts.

Ich bitte um Kontaktaufnahme per Briefpost, da die Gegenseite meinen Mailverkehr mitliest.

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